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Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Verbreitung

Das Lungenkarzinom ist mit jährlich über 40.000 Sterbefällen in der Bundesrepublik Deutschland die vierthäufigste Todesursache und die häufigste Krebstodesursache. Trotz der Fortschritte in der Diagnostik und Therapie liegt die 5-Jahres-Überlebensrate der Patienten mit Lungenkarzinom in europäischen und nordamerikanischen Ländern nur in einem Bereich von 5,5 – 15,7 %. In Deutschland erkranken jährlich rund 32.000 Männer und 13.000 Frauen an Lungenkrebs – dies entspricht knapp 15 % aller Krebsneuerkrankungen beim Mann und 6 % bei der Frau.

Sterblichkeit

Der Anteil des Lungenkrebses an allen Krebstodesfällen ist sehr hoch: 26 % aller Krebstodesfälle bei Männern – und damit die häufigste Krebstodesursache – sind auf Lungenkrebs zurückzuführen und 10 % bei Frauen.
Geographische Verteilung Lungenkrebs ist weltweit die häufigste Krebsform, aber die geographische Verteilung zeigt große regionale Unterschiede. Lungenkrebs tritt am häufigsten in entwickelten Ländern in Nordamerika und Europa auf und ist seltener in Entwicklungsländern, speziell in Südafrika und Südamerika. Während die Erkrankungshäufigkeit in den entwickelten Ländern abnimmt, nimmt sie in den Entwicklungsländern zu. Auch innerhalb der Länder schwankt die Lungenkrebshäufigkeit stark. Sie war in der Vergangenheit in großen Städten und in Industrieregionen besonders hoch, was zu der Annahme führte, dass die Luftverschmutzung hierfür verantwortlich sei. Die genauere Erforschung der Ursachen ergab, dass hierfür primär das regional stärkere Rauchen und die häufigere berufliche Exposition gegenüber Kanzerogenen verantwortlich waren. Das gilt auch für Deutschland.

Risikofaktoren

Riskofaktoren für die Entstehung von Lungenkrebs sind: Rauchen, Passivrauchen, Ernährung, Radon und radioaktive Strahlung sowie partikuläre Luftverschmutzung und Dieselmotoremissionen. Die berufliche Exposition gegenüber krebsauslösenden Stoffen wird für ca. 9-15% aller Lungenkrebsfälle verantwortlich gemacht.

Vorbeugende Maßnahmen

Beendigung des Rauchens vor Therapie

In einer Untersuchung an 261 Patienten, bei denen eine Lungenteilentfernung (Pneumonektomie) bei Lungenkarzinom durchgeführt wurde, erwies sich ausschließlich die Beendigung des Rauchens weniger als 1 Monat vor OP als Prädiktor für schwere pulmonale Komplikationen (Pneumonie, ARDS). Schwere pulmonale Komplikationen waren eng mit einer erhöhten Mortalität verknüpft. In einer Metaanalyse von Patienten mit überwiegend orthopädischen und allgemeinchirurgischen Eingriffen, war der präoperative Rauchstop mindestens 1 Monat vor OP mit reduzierten postoperativen Komplikationen verbunden.

Private Lebensführung und Ernährung

Körperliche Aktivität führt im Vergleich zu sitzender Tätigkeit zu einer Verringerung des Lungenkrebsrisikos, auch unter Berücksichtigung des Zigarettenrauchens. Ebenso schützt eine Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist.

Therapie des Lungenkrebs

Nach Sicherung der Diagnose Lungenkrebs stehen Ihnen die drei Behandlungsmöglichkeiten

  • Operation
  • Medikamentöse Tumortherapie
  • Strahlentherapie

zur Verfügung.

Operation

In frühen Tumorstadien und bei fehlenden schwerwiegenden Begleiterkrankungen ist die operative Beseitigung des Lungentumors die Methode der Wahl.

Neben der offenen Thoraxchirurgie stehen Ihnen in bestimmten Fällen auch Methoden der Schlüssellochoperation zur Verfügung.

Auch bei fortgeschrittenen Primärtumoren, die zunächst nicht operabel sind, können wir durch eine vorgeschaltete Chemo- und Strahlentherapie im zweiten Schritt eine operative Behandlung mit Ziel der Heilung ermöglichen.

Moderne Narkose- und Operationsverfahren verbunden mit einer intensiven postoperativen Schmerztherapie und Krankengymnastik zielen auf eine frühzeitige Mobilisation unserer Patienten ab, um den Krankenhausaufenthalt für Sie so kurz wie möglich zu halten.

Medikamentöse Tumortherapie

Die medikamentöse Therapie kann als alleinige Therapie ( kleinzelliges Bronchialkarzinom, fortgeschrittene Tumorerkrankung ohne Operationsmöglichkeit) oder in Kombination mit anderen Therapieformen („multimodale Therapie“) von uns angewandt werden..

Neben der klassischen tumorzellzerstörenden Chemotherapie, die zumeist als Infusionstherapie zum Einsatz kommt, stehen uns heute Möglichkeiten der zielgerichteten Therapie (Antikörper, „kleine Moleküle“) zur Verfügung, die an Oberflächenstrukturen der Tumorzellen „andocken“ und dadurch das Wachstum und die Zellteilung der Tumorzellen hemmen können.

Die von vielen Patienten gefürchteten Nebenwirkungen einer Chemotherapie (Übelkeit, Erbrechen etc.) können wir heute durch moderne Begleitmedikation weitgehend unterdrücken.

Nicht nur in frühen Tumorstadien, auch bei weit fortgeschrittener nicht mehr heilbarer Erkrankung kann Chemotherapie die Lebensqualität verbessern.

Strahlentherapie

Wir wenden die Strahlentherapie entweder als externe, sogenannte perkutane Therapie (Bestrahlung des Zielfeldes von aussen) oder aber in ausgewählten Fällen als interne Strahlentherapie (Afterloading bzw. Brachytherapie mit radioaktiven Elementen) an.

Die Strahlentherapie verwendet „ionisierende Strahlen“ zur Zerstörung von Tumorzellen.
Die ionisierenden Strahlen werden über ein spezielles Gerät, den Linearbeschleuniger in einen zuvor durch Röntgenuntersuchungen exakt festgelegten tumorbefallenen Bereich eingebracht.

Unsere Therapieplanung ist darauf ausgerichtet, in der Tumorregion eine möglichst hohe Strahlendosis zu verabreichen und das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich zu schonen.

Bei der internen Strahlentherapie wird für einen genau definierten Zeitraum eine radioaktive Strahlenquelle durch einen Führungsschlauch über die Luftröhre und die Bronchien auf die Höhe des Lungentumors platziert.
Da die innere Bestrahlung nur über eine kurze Distanz wirksam ist, kann das umliegende Gewebe weitestgehend geschont werden.

Je nach Ausdehnung Ihrer Erkrankung wenden wir die beschriebenen therapeutischen Verfahren einzeln oder in Kombination miteinander an.

Wir haben heute zunehmend die Möglichkeit, unsere Patienten fachübergreifend mit kombinierten Therapieformen („multimodale Therapie“) zu behandeln, bei denen wir die Operation des Lungentumors durch zusätzliche Chemotherapie und/oder Strahlentherapie – je nach Tumorstadium in unterschiedlicher Reihenfolge – unterstützen, um damit die Langzeitheilungschancen zu verbessern.

Um bei Ihnen die modernen Therapiemöglichkeiten bestmöglich einsetzen zu können, erfolgt die Planung der Behandlung in einer gemeinsamen Tumorkonferenz mit allen beteiligten Fachdisziplinen.

Um die Behandlungsmöglichkeiten bei Lungenkrebs weiterzuentwickeln, sind Studien mit neuen Therapieformen notwendig. Falls Sie für eine Aufnahme in eine solche Studie in Frage kommen, werden Sie von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich darüber informiert und können – wenn von Ihnen gewünscht – daran teilnehmen.

Zentrale Ansprechpartner im Lungenzentrum
Dr. Ulrich Peters, Netzkoordinator
0209 / 504-5200

Dr. Bettina Höhmann, Geschäftsstelle Tumorzentrum Emscher-Lippe
0209 / 172-3183

Hotline
0209 / 31988691

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