Früherkennung

Früherkennung – was muss ich wissen?

Allein in Nordrhein-Westfalen erkranken jährlich ca. 10.000 Frauen an Brustkrebs (bundesweit ca. 48.000/pro Jahr).

Bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren ist Brustkrebs die häufigste Todesursache.
Brustkrebs lässt sich um so erfolgreicher behandeln, je früher er erkannt wird, d.h. der Verlauf der Erkrankung wird ganz wesentlich auch mit dem Zeitpunkt der Diagnosestellung bestimmt. Deshalb ist die Früherkennung in der Bekämpfung des Brustkrebses von zentraler Bedeutung.
Von einer Früherkennung spricht man dann, wenn der Tumor einen Durchmesser von weniger als 2 cm besitzt. Handelt es sich allerdings im einen Tumor, der bei der feingeweblichen (histologischen) Untersuchung besonders bösartig ist (G3), dann gilt ein Durchmesser von 1cm als Obergrenze.
Im mikroskopischen Bild sind die Kriterien für eine Frühdiagnose dann erfüllt, wenn der Tumor den Drüsengang oder das Drüsenläppchen noch nicht überschritten hat (in situ Karzinom).

Folgende Möglichkeiten der Früherkennung stehen zur Verfügung:

Selbstuntersuchung

Alle Frauen sollten auch schon in jungem Lebensalter selber ihre Brust und die angrenzenden Lymphknoten untersuchen und dabei auf neu auftretende Veränderungen achten:

  • äußerlich sichtbare Verformungen der Brust,
  • tastbare Knoten,
  • Dellen oder Verhärtungen der Haut,
  • eine eingezogene Brustwarze,
  • Hautveränderungen an der Brustwarze,
  • Blutungen oder andere flüssige Absonderungen aus der Brustwarze.

Wenn sie solche Veränderungen an ihrer Brust bemerken, sollten sie unbedingt Rücksprache mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen halten.
Von Bedeutung ist auch der Zeitpunkt der Untersuchung, der immer in der gleichen Phase des Menstruationszyklus liegen sollt. Dabei ergibt sich von selbst, dass die Untersuchung ca. alle 4 Wochen (nicht häufiger!) vorgenommen wird

Bei der Selbstuntersuchung empfiehlt sich ein systematisches Vorgehen (Abb.).

Leider kann die Selbstuntersuchung nur unter äußerst günstigen Bedingungen zu einer Frühdiagnose führen, erfolgreicher ist in dieser Beziehung die Untersuchung mit apparativen Verfahren.

Ärztliche Früherkennungsuntersuchungen (s. auch: Diagnosemöglichkeiten)

Die Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt wird ab dem 30. Lebensjahr einmal jährlich von der Krankenkasse bezahlt. Zu dieser Untersuchung gehören das sorgfältige Abtasten der Brüste und der Lymphknoten in den Achselhöhlen sowie eine Untersuchung der Haut. Stellt Ihr Arzt dabei irgendwelche Veränderungen fest, die auf einen Tumor hindeuten, so wird er Sie zunächst zur Mammographie zum Radiologen oder in die Klinik überweisen.

Mammographie

Die Mammographie ist eine Untersuchung mit einem Röntgengerät, welches speziell für diesen Zweck konstruiert worden ist und an dem keine sonstigen Untersuchungen durchgeführt werden. Diese Technik erlaubt es, Veränderungen in einer Größenordnung von weniger als 1 mm zu erkennen und damit zu einer Früherkennung beizutragen. Das ist besonders wichtig bei der Beurteilung von häufig in der Brust vorkommenden Verkalkungen, die in 30% der Fälle auf einen Krebs hinweisen können.
Aber auch feinste Unregelmäßigkeiten der Drüsenstruktur können ein Zeichen eines Frühkarzinoms sein.

Nachteilig wirkt sich die Notwendigkeit aus, die Brust während der Untersuchung zu komprimieren, wobei normalerweise zwei Aufnahmen von jeder Brust angefertigt werden

Nur eine sorgfältige Aufnahmetechnik mit der einer definierten Kompression garantiert eine exakte Diagnose als Grundlage für eine rechtzeitige Therapie.Es die Aufgabe der technischen Assistentin, den Mittelweg zwischen der optimalen Aufnahmequalität und der für die Patientin erträglichen Schmerzbelastung zu finden.
Die früher geäußerte Meinung, dass durch die Mammographie Brustkrebs erzeugt werden kann, ist aufgrund der weltweit zur Verfügung stehenden Daten heute widerlegt worden, ab dem 40. Lebensjahr ist das Brustdrüsengewebe unempfindlich gegenüber den so genannten ionisierenden Strahlen, zu denen auch die Röntgenstrahlen gehören. Es sollte keine Frau aus Befürchtungen gegenüber der Strahlenexposition auf eine Mammographie verzichten.

Es wird angestrebt, dass bei jeder Frau im 35. Lebensjahr eine Basismammographie vorgenommen wird, eine regelmäßige Überwachung durch eine Mammographie alle zwei Jahre wird heute für alle Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr angeboten (Mammographie-Screening).

Digitale Mammographie

Der Unterschied zur konventionellen Mammographie besteht darin, dass die mit den Röntgenstrahlen erworbene Information in Zahlenform (digital) vorliegt, so dass die Verarbeitung mit dem Computer ermöglicht wird. Ob die digitale Mammographie der konventionellen Mammographie gleichwertig oder sogar überlegen ist, muss noch erforscht werden. Es ist aber damit zu rechnen, dass die digitale Mammographie in Zukunft die konventionelle, auf Röntgenfilm basierte Mammographie ersetzen wird.

Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Wie die Bezeichnung es ausdrückt arbeitet die Sonographie mit Schallwellen, die für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar sind. Die Aussendung von Ultraschallwellen und die Aufzeichnung der von Grenzflächen in der Brust reflektierten und zurückkehrenden Wellen ist Aufgabe des Ultraschallkopfes, das Bild wird dann im Gerät mit Hilfe eines Computers zusammengesetzt, es steht daher bei modernen Geräten in digitaler Form zur Verfügung. Für die Untersuchung der weiblichen Brust sind spezielle Schallköpfe mit einer hohen Schallfrequenz (7,5 bis 13 Megahertz) erforderlich.
Sonographie und Mammographie ergänzen sich dadurch, dass der Ultraschall besonders bei dichtem Drüsengewebe gute Ergebnisse bringt, hier können Knoten der mammographischen Diagnose durchaus entgehen

Da die Sonographie keinerlei Schädigungen oder Schmerzen bei der Frau verursacht, kann sie auch bei jüngeren Frauen und zur regelmäßigen Kontrolle gutartiger Veränderungen eingesetzt werden. Sie ist allerdings für den Arzt zeitaufwändig und kann nur durch einzelne Aufnahmen stichpunktartig dokumentiert werden. Die Sonographie wird daher zum Screening nicht eingesetzt.

Magnetresonanzmammographie MRM

Die MRM ist die jüngste, technisch aufwändigste und damit auch teuerste Untersuchungsmethode der weiblichen Brust.

Hier wird in einem starken Magnetfeld mit Hilfe von Radiowellen das Gewebe untersucht, wobei sich bösartige Tumoren mit einem magnetischen, in die Vene verabreichten Mittel, anfärben und damit gegenüber dem normalen Gewebe abgrenzen. Die Methode kann auch Krebse entdecken, die mit Mammographie und Ultraschall nicht dargestellt wurden.

Großes Karzinom bei einer 35-jährigen Frau, welches ausschließlich in der MRM dargestellt ist


MammographieSonographieMRM

Die MRM kann aber nur in speziellen Fällen eingesetzt werden, da einerseits nicht genügend Geräte vorhanden sind und andererseits die Kosten bei breiter Anwendung nicht mehr tragbar sind.

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